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Lehrkonzept

Page history last edited by Jan Fendler 5 years, 1 month ago

Lehren und Lernen können nach meinem Verständnis nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Vielmehr stehen sie in einer Wechselwirkung zueinander und bedingen sich gegenseitig. Hierbei werden sie tangiert von

  • institutionellen Rahmenbedingungen (Leitbilder zur Lehre von Hochschulen, Studiengangsprofilen, Modulhandbüchern...),
  • gesellschaftlichen Erwartungen (Human-Kapital-These, Wissensgesellschaft, Kompetenzorientierung, Employability....) und
  • persönlichen Attributen (Voraussetzungen der Studierenden, Persönlichkeit der Lehrenden...).

Lehren und Lernen bedeutet daher auch über das nachzudenken, was außerhalb des Unterrichts existiert und passiert.  

 

Wenn ich jedoch nur auf die Unterrichtssituation fokussiere, dann präferiere ich eine studierendenorientierte Lernumgebungen, die die Elaboration und Reflexion des Lernprozesses der Teilnehmenden fördern soll. Der Erwerb von Kompetenzen, die Vermittlung von wissenschaftlich fundierten und hochschuldidaktisch-relevanten Inhalten sowie deren Transfer auf die Handlungsfelder der Teilnehmenden sind zentrale Ziele meiner hochschuldidaktischen Weiterbildungen. Die Teilnehmenden sollen in der Lage sein, die hochschuldidaktischen Inhalte kritisch zu reflektieren und sie auf ihr eigenes Handeln zu übertragen. Hierbei erfordern meine Veranstaltungen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Lehr-Lernstoff, weshalb ich auch Schlüsselkompetenzen und das selbstregulierte Lernen in meinen Veranstaltungen als Lernziel fördere. Schlussendlich sollen Teilnehmende in der Lage sein, sich wissenschaftlich fundiertes Wissen zur Hochschuldidaktik selbst zu erarbeiten und auf ihre eigenen Lehrveranstaltungen zu übertragen. 

Hierbei fließen meine Forschungsergebnisse in die Lehrveranstaltungen mit ein. Entsprechend leicht fällt es mir, das theoretische Wissen der Hochschuldidaktik in praktischen Situationen auf das Lernen der Teilnehmenden auszurichten. Unabhängig vom Inhalt der jeweiligen Veranstaltungen orientiere ich mich aber auch an meinem persönlichen Verständnis von Lehre und dem der Teilnehmenden. Das bedeutet, dass auch meine und ihre Einstellungen zu hochschuldidaktischen Inhalten einen Einfluss auf das Lehren und Lernen haben. Diesen Vorteil nutze ich in meinen Lehrveranstaltungen entsprechend, so ist meine Lehre in der Hochschuldidaktik kontextgebunden und obliegt ihrer praktischen Anwendbarkeit durch die Teilnehmenden. 

 

Etwas was meine Lehre sehr geprägt hat, ist die Erfahrung, dass Teilnehmende in meinen hochschuldidaktischen Veranstaltungen das Lernen ihrer Studierenden von ihrem Lehren in Lehrveranstaltungen differenzieren. So ist häufig zu erleben, dass Lehrende von unvorbereiteten Studierenden berichten (vgl. Fendler, 2014), die ihnen die Durchführung einer erfolgreichen Lehrveranstaltung erschweren. Diese Attribution ist nachvollziehbar selbstwertschützend. Für mich bedeutet Lehren jedoch auch, dass es meine Aufgabe ist, den Lehrstoff auf das Interesse der Teilnehemenden auszurichten, soweit mir die Rahmenbedingungen dies gewähren. Entsprechend orientiere ich mich an Motivationstheorien, um eine gegenstandszentrierte intrinsische Motivation am Lernstoff ermöglichen und versuche internal-stabile Attribution am Lernerfolg zu verstärken. Für mich ist es wichtig, dass das Lehren so einen direkten Einfluss auf das Lernen hat und damit auch mein eigenes Lernen bestimmt. Lehren und Lernen bedingen sich daher gegenseitig. 

 

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